Da auch ich als Taucher endlich mal mehr über den Lebensraum erfahren wollte den ich ständig aufsuche
entschloss ich mich an einem Biologieseminar teilzunehmen.
Hier kam mir die Ausschreibung am See ganz recht. In dieser Ausschreibung lud Andreas Heisig uns ein, ihn vom
15.09.-22.09.07 bei einer meeresbiologischen Exkursion in der Schärenlandschaft Südnorwegens zu begleiten.
Am frühen Abend des 15.09. erreichten Peter Hilgers, Jürgen Haemmerl, Lars Richter, Sonja Wassermann und
Markus Gerwert das Skottevik FerieSenter in Norwegen.
Gespannt von dem was uns erwartet wurden wir von Andreas Heisig und seiner Frau in Empfang genommen.
Nach einer kurzen Einweisung und Verteilung der Schlafplätze traf man sich trotz der späten Stunde noch im Labor
um die Tagesabläufe der kommenden Woche zu erklären. Hier stellte man uns dann auch das Funktionspersonal
der Tauchbasis sowie Klaus „die gute Fee der Anlage“ vor. Andreas erklärte uns kurz, dass wir während des
Seminars die verschiedenen Lebensräume hier an der Küste Südnorwegens kennen lernen werden. Zu denen
gehören auch die Wracks, die am anderen Tag betaucht wurden. Hierbei handelte es sich um die MS SEATTLE
die aufgrund ihrer Tiefe und Schwierigkeit den erfahrenen Tauchern vorbehalten war, sowie den Wracks
KJELLOY und BJARTE.
Außerdem wurden Tauchgänge vom Boot aus durchgeführt. Hierbei wurden bestimmte Tauchplätze an einer
Außenschäre oder Steilwände in einem Fjord betaucht. Und natürlich stand unsere Hausbucht auch noch zur
Verfügung. Diese wurde in der kommenden Woche für „Wissenschaftliche Exkursionen“ genutzt. Nachdem
der erste Tag uns den Lebensraum „Wrack“, “Sand“ und „Seegraswiese“ näher brachte,
erklärte uns Andreas am Abend dann wie es zur Bildung dieses Meeres kam. Den Vortrag untermalte er mit
zahlreichen Folien und Seekarten sowie mit dem Erlebten eines Biologen. Am darauf folgenden Tag hatte Andreas
noch eine kleine Überraschung für uns. Es ging mit dem Auto zu einer Bucht. In dieser sollten, umgeben von
Seefedern, und leuchtenden Seefedern die Überreste einer DO-24 liegen. Nach dem Briefing und anlegen der
Ausrüstung stellten wir fest, dass die Seefedern wie beschrieben da waren nur das Wrack nicht.
Schade. Dennoch machten wir uns auf die suche, entdeckten dabei Munitionsteile, die von Andreas angesprochenen Seefedern, Taschenkrebse, Garnelen, Schollen und Plattbutte. Bei der Munition stellte ich fest das Garnelen und Seesterne diese Bewohnten ohne zu wissen worauf sie sich da bewegten.
Während der nächsten Tauchgänge in der Hausbucht wurden Proben der dort lebenden mitgebracht und untersucht. Hier bei stellten wir sehr schnell fest, dass viele der Tiere im Wasser gar nicht zu erkennen waren und sich erst im Aquarium oder unter der Stereolupe zeigten. Die hier bei entdeckten Tiere wurden dann anhand einer Liste
abgehackt. Ziel war es in dieser Woche so viele Lebensformen und Arten zu erkennen wie nur möglich. Hier bei unterstütze uns Andreas der sich über manches Exemplar sehr freute.
Die Bootstauchgänge zeigten uns den Lebensraum an der Steilwand. Es wurde hier an einer Außenschäre oder in einem Fjord getaucht. Interessant war auch hier die Flora und Fauna. Selbst in einer Tiefe von 40 Metern reichte das Tageslicht noch aus um die Tiere und Pflanzen zu erkennen. Erst beim Einschalten der Lampen kam die ganze Farbenpracht der Lebensformen zur Geltung.
Abends im Labor erklärten wir dann den anderen die Formen und Farben der gesehenen Lebewesen und konnten
anhand der ausliegenden Bestimmungsbücher wieder Exemplare erkennen und in unsere Listen eintragen. Es kam
sogar vor das wir Exemplare entdeckten die nicht auf den Listen standen. Dies erfreute uns natürlich sehr. Unserer
Gruppe hatten sich zwei Unterwasserkameraleute angeschlossen die während unserer Exkursionen zahlreiche
Aufnahmen machten.
Jürgen machte sogar mit seiner Kamera Makroaufnahmen eines Seesternes und einer
Wellhornschnecke die sich im Aquarium befand. Das ganze wurde dann via Beamer auf eine Leinwand projiziert.
Es waren sehr schöne Aufnahmen die uns ins Staunen versetzten. Hier zeigte uns Erik dann auch
Aufnahmen die, er während unserer Tauchgänge gemacht hat. Nach den Aufenthalten im Labor ging es kurz nach
Einbruch der Dunkelheit in die Hausbucht. Schon beim Abtauchen stellten wir fest das sich fast alles verändert
hatte. Überall auf dem Sand, zwischen den Felsen oder Algen bewegte sich etwas und versuchte aus dem
Lichtschein der Lampen zu entweichen. Auch hier machten die einzelnen Gruppen interessante Entdeckungen, die
sogar dem Kameramann mit seinem geübten Auge verborgen blieben. Bei der einen Gruppe waren es Aale die an
der Steilwand jagten oder einen Seehasender sich in den Algen versteckte.
Bei der anderen Gruppe war es ein
riesiger Hummer, und bei der letzten Gruppe war es ein kleiner Unterteller großer Oktopuss der sich langsam mit
zwei erhobenen Ärmchen auf den Grund niederließ. Diesen hatte auch unser Kameramann im Bild jedoch waren
seine Augen auf eine Seenadel fixiert die er im Sucher hatte und so blieb der kleine erst einmal bis zur Sichtung
des Filmmateriales unentdeckt. Schnell verhielten sich die Taucher so, dass sie die Tiere in
ihrer natürlichen Art und in ihrem Lebensraum beobachten konnten. Dies führte allerdings dazu, dass keiner mehr
tauchte sondern alle irgendwo über dem Grund schwebten und gespannt den Boden oder Ähnliches beobachteten.
Am vorletzten Abend hatte Klaus eine Sightseeingtour durch die Schären organisiert. Dazu fuhr Wolfgang, der „Anglergott“ uns mit einem Boot entlang einer alten Handelsroute durch die Schären. Vorbei an den teuren Ferienhäusern der Norweger, an einer Lachsfarm und an einem sagenumwobenen
Troll der dort im Berg auf die Schiffsbesatzung herabschaute. Mit dem Grillen von Makrelen und Lachsbrötchen essen ließen wir dann den Abend gemütlich ausklingen.
Unser letzter Tauchtag in Norwegen sollte uns dann doch noch zur DO-24 führen. Kurz nach dem Abtauchen an der Boje konnte man die umrisse einer Tragfläche erkennen. Diese war über ein Seil mit dem Rumpf der maschine verbunden. An der Tragfläche selber war noch der Motor, der mit seinen vielen Details noch sehr gut zu erkennen war.
Der Rumpf selber war offen und so konnte man über das geöffnete Wrack tauchen. Allerdings war nicht mehr sehr viel in dem Wrack vorhanden.
Nachmittags traf man sich dann wieder im Labor. Hier wurden Inhalte der Woche noch einmal wiedergegeben. Bei der Anschließenden Zählung der verschiedenen Arten konnten ca. 180 verschiedene Arten in einer Woche erkannt werden. Erfreut über dieses Ergebnis zeigte uns Jürgen noch einen kurzen mitschnitt seiner Aufnahmen auf der auch der Oktopuss zu sehen war. Nach einer kurzen Feedbackrunde bedankte sich Andreas bei allen beteiligten für diese tolle Woche in Südnorwegen. Auch ich möchte mich bei allen beteiligten für diese tolle Woche in Norwegen bedanken und hoffe auf ein baldiges wieder sehen.









