Tauchen trotz Handicap
Zeitungsbereicht " Rheinische Post " vom 30.11.2006
Der Barauda Club Wassenberg holte eine ungewöhnliche Fortbildung in den Kreis Heinsberg:
Um Behinderten das Tauchen beibringen zu können, werden die Taucher von behinderten Ausbildern geschult:
Samstagabend im Hallenbad Waldfeucht Haaren:
Michael Will sitzt im Taucheranzug am Beckenrad, drückt sich ab und gleitet ins Wasser. Rund zehn Minuten später ist er mit seinem Tauchgerät ausgerüstet, taucht ab und zieht unter Wasser seine Runden. Michaell Will ist querschnittsgelähmt und gleizeitig einer der Leiter einer ungewöhnichen Fortbildung, die der Barakuda Club Wassenberg in den Kreis holt. Binnen zwölf Stunden Theorie und vier Stunden Praxis wurden aus drei erfahrenen Tauchlehrern drei frisch gebackene Behinderten Tauchlehrer.
Einige wichtige Unterschiede:
" Ich wurde von Behinderten angesprochen, die gerne tauchen wollten ", erklärt Peter Hilgers vom Barakuda-Club, " der Bedarf ist da ". Der Clou: Nicht-Behinderte werden von Behinderten geschult. Neben dem (nichtbehinderten ) Dirk Wondrak wird die Fortbildung von Michael Will und dem ebenfalls querschnittsgelähmten Olaf Winkler durchgeführt. Alle drei kommen vom Verein " Able to dive ", der sich die Förderung des Behindertentauchens auf die Fahnen geschrieben hat. " Für erfahrene Tauchlehrer ist Behinderten-Tauchen keine große Umstellung, es gibt aber einige wichtige Unterschiede.Man arbeitet etwaslangsamer und der Körperkontakt ist größer, erläutert Dirk Wondrak, bevor es ins Wasser geht.
Zuvor hatten Peter Hilgers und seine Mitschüler, Klaus Puppele und Bernd Göritz schon das theoretische Rüstzeug erhalten.
Verschiedene Arten von Behinderungen, unterschiedliche Tauchtechniken und Versicherungsfragen standen auf dem Programm, das gemeinsam mit einem Physiotherapeuten absolviert wurde.
Nun geht es an die praktische Umsetzung. Zunächst muss der Transfer, der Weg aus dem Rollstuhl an denBeckenrand und von dort ins Wssser, bewältigt werden. Das sollen die Betroffenen möglichst selber machen, sagt Dirk Wondrak. Möglichst große Selbstständigkeit heißt das Ziel. Gefordert werden die Tauchlehrer dann beim nächsten Schritt, im Wasser muss das Jacket mit Druckluftflaschen und Atemgerät angezogen und austariert werden. Olaf Winkler wird von Klaus Pupele gesichert, Bernd Göritz hilft ihm ins Jacket. Dann gleiten die drei einige Meter durchs Wasser, Puppele und Göritz begleiten Winkler und können im Notfall schnell eingreifen. Der tritt aber nicht ein, alles klappt reibungslos. " Tauchen mit Behinderten ist eigentlich einfacher", weiß Dirk Wondrak aus Erfahrung, denn viele sind es gewohnt, physische und psyschische Widerstände schneller zu überwinden als Nicht-Betroffene. Nach rund einer Stunde heißt es " Vorarbeiten abgeschlossen, bereit zum Abtauchen. Michael Will streift die Flossen-Handschuhe über, die bei ihm als Querschnittsgelähmten die Flossen an den Füßen ersetzen und taucht unter. Alle sechs Taucher sind jetzt im Wasser, Michael Will und Olaf Winkler ziehen unter Wasser ihre Bahnen, unter und neben ihnen schwimmt zur Absicherung je ein Tauchlehrer.
Zwei Stunden später beherrschen Peter Hilgers, Klaus Puppele und Bern Göritz auch Auftauchtechniken und alternative Abtauchmethoden und sind gerüstet für die Arbeit als Bhinderten-Tauchlehrer. " Im Wasser ", sagt Dirk Wondrak, " gibt es keinen unterschied zwischen Behinderten und Niachtbehinderten.
Angebot erweitert:
Nach erfolgreicher Fortbildung darf der Barakuda Club Wassenberg mit seiner Tauchbasis am Adolfo See auch Schnuppertauchen und Ausbildung für Behinderte anbieten. In naher Zukunft sollen Umbaumaßnahmen stattfinden, um das Adolfo See Gelände behindertengerecht zu gestalten.
Infos unter 02432 2510
Danke an Dominik Mercks und Jürgen Laaser, die diesen Bericht mit Bilder
veröffentlicht haben.
Gruß
Peter












